So baust Du eigenen Hopfen an (Teil 1) | Besserbrauer

Selber Hopfen anbauen: Anleitung zum Anbau von eigenem Hopfen

So baust Du eigenen Hopfen an (Teil 2)

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Bierbrauen mit Hopfen aus eigener Zucht, ist das möglich? Aber sicher! Du kannst Hopfen auf dem Balkon, im Garten oder im Hinterhof selbst anbauen. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich Dein Hopfenpflänzchen wohl fühlt und eine üppige Ernte hervorbringt. Was zu beachten ist, erklären wir Dir im Teil 2 unseres zweiteiligen Hopfen-Specials:

Schädlings- und Krankheitsbekämpfung

Ausreichend Sonnenlicht, Nährstoffe und Wasser für deinen Hopfen ist der beste Schutz gegen Krankheiten und Schädlinge. Natürlich kann es trotzdem passieren, dass dein Hopfen krank oder von krabbelnden Nervensägen befallen wird. Dann ist schnelles Handeln angesagt. Aber wer hat es denn überhaupt auf meinen Hopfen abgesehen, und was ist bei einem Befall zu tun?

Schädlinge

Blattlaus: Die Hopfenblattlaus ist eine weit verbreitete Blattlausart. Sie ist hellgrün bis fast weiß, 2-3 mm lang und besiedelt ab Mai die Blattunterseiten, später auch Blüten und Dolden. Es gibt auch eine geflügelte Variante, Aphisfliege genannt. Bei sehr starkem Befall wird die Entwicklung der Pflanze gehemmt und bilden nur wenige oder sehr kleine Dolden. Durch die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Tiere, demHonigtau, werden die Dolden glänzend und klebrig, es siedeln sich schwarze Rußtaupilze an. Die Hopfenblattlaus kann mit dem Einsatz von Marienkäferlarven bekämpft werden. Alternativ hilft  regelmäßiges Besprühen mit Brennnesseljauche (Achtung, riecht echt übel!) oder einem Wasser-Spüli-Gemisch. Bei zu starkem Befall hilft Neudosan® AF Neu Blattlausfrei.

Spinnmilbe: Die winzigen grün-gelben bis bräunlichen Milben mit den zwei charakteristischen dunklen Rückenflecken werden etwa einen halben Millimeter lang, die Männchen sind noch kleiner.  Die Milbe sticht die Gewebezellen des Blattes auf, um den nährstoffreichen Zellsaft aufzusaugen. Die aufgestochenen Zellen werden zerstört. Der Befall beginnt an den unteren Blättern der Pflanze, dort zeigen sich auch die ersten Symptome in Form von gelben Flecken, „Kupferbrand“ genannt. Stark befallene Blätter vertrocknen langsam, verfärben bräunlich und fallen schließlich ab. Insektenleim-Barrieren an der Aufleitung vermindern die Zuwanderung von Spinnmilben. Bei starkem Befall hilft ebenfalls Neudosan® AF Neu Blattlausfrei.

Krankheiten

Falscher Mehltau: Falscher Mehltau, auch Peronospora genannt, ist eine weit verbreitete Pilzkrankheit. Im Hopfen erkennt man sie an den gelbgrün verfärbten Bodentrieben und zusammengeballten Blättern („Bubiköpfen“) sowie an den dunkelgrauen Sporen an den Blattunterseiten. Bei starkem Befall vertrocknet die befallene Hopfenpflanze. Im Gegensatz zum Echten Mehltau tritt Falscher Mehltau überwiegend bei einer feucht-kühlen Witterung auf. Aus diesem Grund gedeiht er besonders gut im Frühjahr und im Herbst. Bei ersten Anzeichen sollte man umgehend handeln: Befallene Pflanzenteile sofort entsorgen. Bei einem starken Befall können notfalls spezielle Fungizide eingesetzt werden. Die Blattunterseiten der befallenen Pflanzen müssen besonders gründlich behandelt werden. Über die Wurzeln und Blätter aufgenommene Pflanzenmittel sind bei der Bekämpfung besonders vorteilhaft.

Echter Mehltau: Diese Pilzkrankheit zeigt sich zuerst in Form einzelner Pusteln auf den Blättern, die sich zu mehlartigen weißen Flecken entwickeln. Die später flächigen Pilzstrukturen können einen graubraunen Farbton annehmen. Pflanzenteile verkrüppeln anschließend und sterben ab. Im Unterschied zum Falschen Mehltau wird keine Blattnässe benötigt, meist tritt der Echte Mehltau während Schönwetterperioden und trockenwarmen Sommermonaten auf. Vorbeugend muss der Hopfen bei Trockenheit ausreichend gewässert werden, jedoch nicht direkt von oben und über die Blätter. Betroffene Pflanzenteile müssen sofort entfernt und entsorgt werden. Bei einem starken Befall können notfalls spezielle Fungizide eingesetzt werden.

Den eigenen Hopfen zum Bier brauen verwenden

Hopfen aus eigenem Anbau kannst Du selbstverständlich in deinem eigenen mit der Braubox gebrauten Bier einsetzen. Dabei gibt es lediglich ein Problem: Du kennst den Alphasäuregehalt deines Frischhopfens nicht. Anhand von diesem ließe sich die Bitterkeit deines Hopfens feststellen, woraus anschließend die benötigte Hopfenmenge für dein Bier berechnet werden kann. Diese kann durchaus variieren, denn ein mildes Lager hat ja beispielsweise nicht die gleiche Bitterkeit wie ein herbes IPA.

Ohne den Alphasäuregehalt deines Frischhopfens zu kennen, begibst du dich also auf einen Blindflug, was die Bitterkeit deines fertigen Bieres betrifft. Aber es gibt eine Lösung: Das Hopfenstopfen, auch Kalthopfung genannt. Der Vorteil: Die Bitterkeit Deines Hopfens spielt dabei keine Rolle, das Aroma landet aber trotzdem im Bier.

Kurz gesagt beschreibt das Hopfenstopfen einen Aromatisierungsprozess, bei dem der Brauer nach der Hauptgärung Hopfen ins Jungbier gibt, um ein Extra an Aromen ins Bier zu bringen. Beim Hopfenstopfen wird Hopfen im Kaltbereich des Brauprozesses hinzugegeben, und das nicht ohne Grund. Während sich die Bitterstoffe am besten beim Hopfenkochen aus dem Hopfen extrahieren lassen, kann man die ätherischen Öle des Hopfens, nicht oder nur sehr bedingt durch die hohen Temperaturen retten. Sie verflüchtigen sich bei Hitze. Und sie mögen es nicht nur kälter, sie lassen sich auch am besten durch Alkohol extrahieren. Daher wartet man die Hauptgärung ab und beginnt erst kurz vor der Abfüllung mit dem Stopfen. Hierbei wird der Hopfen wie Tee in einem Beutel für eine gewisse Zeit in das Jungbier gegeben, so dass er im Grunde genommen gut „durchzieht“ wie ein klassischer Teeaufguss. Dabei gibt er die Hopfenöle ab und die feine Aromatik des Hopfens kommt zur Geltung.

Hilfreich sind hier wiederverwendbare Vlies-Teebeutel mit Zugband, die man vielleicht sogar im Küchenschrank hat. Da der Frischhopfen bei der Hopfengabe aufquellen, sollte man die Menge entsprechend auf mehrere Beutel verteilen und nicht mehr als drei Gramm Hopfen pro Teebeutel verwenden. Damit die Hopfenfilter nicht an der Oberfläche schwimmen, legt man ein paar Murmeln mit in den Beutel, um ihn zu beschweren. Den verschlossenen Beutel dann mit einer Schnur versehen und für zwei, drei Tage in das Jungbier absenken. Anschließend sehr vorsichtig an der
Schnur wieder entnehmen, damit der Bodensatz nicht aufgewirbelt wird. Dann wie gewohnt in Flaschen abfüllen. Eine ausführliche Anleitung zum Hopfenstopfen findest Du übrigens in unserem Brau-Rezeptbuch Der Ultimative-Brau-Guide.

Wichtig: Für das anschließende Hopfenstopfen mit eigenem Hopfen empfiehlt sich das Brauen eines milden Bieres, das nicht ohnehin schon ein dominantes eigenes Hopfenaroma aufweist. Am Besten braust Du einfach unser “Helles” und verwendest den enthaltenen Hopfen wie gewohnt zur Bitterung des Bieres, deinen eigenen Hopfen dann wie oben beschrieben zum Stopfen.

Deinen Hopfen auf den Winter vorbereiten

Hopfen ist eine einheimische Pflanze, die mit winterlichen Temperaturen gut zurechtkommt.  Züchtest Du den Hopfen im Kübel, solltest Du aber für etwas Winterschutz sorgen. Stelle den Kübel dafür einfach auf eine Kiste oder Styroporplatte, und hülle ihn in etwas Luftpolsterfolie.

Wenn die frostigen Temperaturen nahen, schneidet man den Hopfen bis zum Boden zurück. Die abgestorbenen Triebe können auf dem Kompost entsorgt werden.

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