So baust Du eigenen Hopfen an (Teil 1) | Besserbrauer

Selber Hopfen anbauen: Anleitung zum Anbau von eigenem Hopfen

So baust Du eigenen Hopfen an (Teil 1)

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Bierbrauen mit Hopfen aus eigener Zucht, ist das möglich? Aber sicher! Du kannst Hopfen auf dem Balkon, im Garten oder im Hinterhof selbst anbauen. Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich Dein Hopfenpflänzchen wohl fühlt und eine üppige Ernte hervorbringt. Was zu beachten ist, erklären wir Dir im Teil 1 unseres zweiteiligen Hopfen-Specials:

Die Lage

Um gut zu gedeihen, brauchen Hopfenpflanzen jede Menge Sonnenlicht. Für die Lage heißt das: Eine zur Südseite (mindestens Südost oder Südwest) gerichtete Fläche im Freien. Die Faustregel lautet hier tatsächlich: Umso mehr Sonne, desto besser. Ein windgeschützter Standort ist zudem von Vorteil, denn stetige Zugluft mag Hopfen gar nicht.

Hopfen ist eine schnell wachsende Kletterpflanze, in der Wachstumsphase kann Deine Pflanze täglich einige Zentimeter (!) in die Höhe schießen. Um gut zu wachsen, benötigt Dein Hopfen eine Kletterhilfe, z.B. ein am Dach angebrachter und möglichst senkrecht zur Pflanze verlaufender Draht, oder ein langer und gut befestigter Holztstab. Umso höher die Kletterhilfe ist, desto besser. Mindestens 3 Meter sollten es schon sein, Hopfen kann aber bei entsprechenden Voraussetzungen mehr als doppelt so hoch wachsen. Wer nicht so viel Platz in die Höhe hat, kann seine Pflanze mit etwas Aufwand auch in die Breite züchten.

 

Die Auswahl der Hopfensorte

Hunderte verschieden Sorten sind auf dem Markt erhältlich. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei, das Spektrum reicht von „fruchtig-süß“ bis „kräuterig-erdig“. Die große Gruppe der Hopfensorten wird in zwei Hauptgruppen unterteilt, Bitterhopfen und Aromahopfen. Bitterhopfen enthält viele Bitterstoffe und wird deshalb vorwiegend zum schlichten Bittern des Bieres verwendet, während Aromahopfen den Biergeschmack und das Bouquet durch seinen hohen Anteil an Aromaölen noch facettenreicher macht. Beispiele für beliebte Bitterhopfensorten sind “Magnum” (verwenden wir z.B. für unser → Helles), Mosaic und Simcoe. Beliebte Aromahopfen sind z.B. Cascade (besticht durch seine zitrusartigen Aromen und findet Verwendung in unserem → Pale Ale), Citra (Limette und tropische Früchte, wird in unserem → India Pale Ale verwendet) und East Kent Golding (würzig-erdig mit Teenoten, findet sich in unserem → Dunklen wieder). Neuere deutsche Aromahopfensorten sind Callista (Aprikose und Maracuja, findet Verwendung in unserem → Summer Ale) und Ariana (Johannisbeere und Cassis, enthalten in unserem → Double IPA). Wer begrenzte Platzverhältnisse z.B. auf einem Balkon hat, sollte den Anbau einer Zwergsorte in Betracht ziehen. Die Sorte “Gimmli” zum Beispiel sticht besonders durch ihren kompakten Wuchs heraus und eignet sich gut für den Anbau in Kübeln.

Hopfen für den eigenen Anbau kauft man am Besten als vorgezogene Jungpflanze, als sogenannten “Steckling”. Das hat einen einfachen Grund: Ausschließlich unbefruchtete, weibliche Blütenstände bilden die begehrten Dolden aus, welche später für das Brauen von Bier benötigt werden. Bei Saatgut kann man nicht sicher sein, ob in den Samen männliche oder weibliche Pflanzen veranlagt sind. Später kann es dann in einer geschlechtlichen Hopfen-Mischkultur zur unerwünschten Befruchtung der weiblichen Blüten kommen. Um diesen Fauxpas zu vermeiden, bietet es sich deshalb an, bereits vorgezogene Stecklinge zu kaufen. Diese verkauft z.B. die → Gärtnerei Eickelmann.

 

Der Boden

Der Boden sollte nährstoffreich, locker und tiefgründig sein. Der pH-Wert des Bodens sollte bei 6,5 bis 7,5 liegen. Möchtest Du Deinen Hopfen im Kübel aufziehen, sind zwei Faktoren für ein gutes Gelingen ausschlaggebend: Zum einen ein ausreichend großer Kübel. Je größer der Kübel, desto einfacher ist die Pflege. Zum anderen die Qualität der Erde. Verwende am Besten hochwertige Kübelpflanzenerde! Diese ist zwar nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. Die Hopfen-Gärtnerei Eickelmann empfiehlt → frux Zitrus- und Kübelpflanzenerde der Firma Patzer. Zusätzlich kannst Du gern etwas organischen Dünger wie Kompost oder Mist untermischen.

Die Versorgung

Da Hopfen von Mai bis Juli eine beeindruckende Wuchsleistung vollbringt, ist auch der Energiebedarf entsprechend hoch. In dieser Zeit braucht der Hopfen jede Menge Wasser und sollte täglich gegossen werden. Der Boden muss stets feucht gehalten werden. Staunässe sollte allerdings vermieden werden, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Der Hohe Nährstoffbedarf sollte vor allem bei einer Kultur im Kübel durch zusätzliches Düngen gedeckt werden. Ebenso wie die Wassergaben muss auch das Düngen dem Wachstum des Hopfens angepasst werden. Das heißt, dass mit zunehmender Größe die Abstände zwischen den Düngungen verkürzt werden. So sollte im Frühsommer bis zu einmal wöchentlich mit Nährstoffen versorgt werden. Das Düngen wird dann aber auch mit dem Eintreten der Blüte ganz eingestellt. Als Dünger eignet sich z.B. der → Hopfendünger von Eickelmann oder → Cuxin Spezialdünger für Clematis und Kletterpflanzen.

Demnächst in Teil 2:

Wie Du Deinen Hopfen vor Schädlingen und Krankheiten schützt; Wie Du die Dolden Deiner Hopfenpflanze erntest, lagerst und zum Bierbrauen verwendest; Wie Du den Hopfen für die Überwinterung vorbereitest.

 

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